
Totaler Krieg
Die letzten Kriegstage, Evakuierung und Zerstörung in Fürstenwalde
Mitte April 1945 beginnt die Rote Armee ihren letzten Großangriff auf Berlin. Als Teil des äußeren Verteidigungsrings wird Fürstenwalde zuvor militärisch zur Festung ausgebaut. Zwischen dem 16. und dem 21. April treffen Luftangriffe und Artilleriebeschuss die bis dahin weitgehend unversehrte Stadt. Beim Rückzug setzen Wehrmacht und Volkssturm Teile der Innenstadt in Brand und sprengen die Spreebrücke. Am 22. April nehmen sowjetische Bodentruppen Fürstenwalde ein.
Zuvor ist die Stadt fast vollständig evakuiert worden. Nur rund 2.000 Menschen bleiben zurück. Als die Geflüchteten zurückkehren, finden sie eine ausgebrannte, zerstörte Stadt vor: unbewohnbare Häuser, schwelende Trümmer, Tote auf den Straßen und eine zusammengebrochene Versorgung.

Zum Plakatmotiv
»Notprodukte« zeigen den Einfallsreichtum der Nachkriegszeit. Bei dem emaillierten Nachtopf handelt sich um einen Wehrmachtshelm, der zu einem zeitgemäßeren Gegenstand umgearbeitet wurde. Nach 1945 fehlte es an fast allem, Kriegsmaterial jedoch lag überall herum. Aus der Not heraus entstanden daraus Alltagsgegenstände: Vasen aus Patronenhülsen, Kleidung aus Fallschirmseide, Möbel aus Munitionskisten.
Nachttopf aus einem Stahlhelm
1945/47, Museum der Dinge, Berlin
Fotos: Armin Herrmann








