Leben in Trümmern

Wohnen und überleben im zerstörten Fürstenwalde

Die letzten Kriegstage haben Fürsten­walde schwer gezeichnet. Zerstörte Infra­struktur und akuter Wohnungsmangel bestimmen den Alltag. Die neue Stadt­ver­waltung unter sowjetischer Auf­sicht – vor allem aber die Bewohnerinnen und Bewohner selbst – müssen inmit­ten von Ruinen ein neues Leben orga­nisie­ren. Viele Ausge­bombte besitzen nicht einmal mehr das Nötigste. Rück­kehrer, Vertriebene und Flücht­linge gehören zur Gesellschaft.

Wie die meisten Städte ist Fürsten­walde zunächst eine Stadt der Frauen. Sie tragen die Haupt­last des Überlebens und der Orga­ni­sa­tion. Wichtige Anker in der auf­rei­benden Zeit sind die Nachbarn, die Kirche und das kulturelle Leben, das sich bereits ab 1945 langsam wieder entfaltet.

Zum Plakatmotiv

Schreibmaschinen gehörten bis in die 1940er-Jahre zu den wichtigs­ten Alltags- und Büro­geräten. Diese Schreib­maschine wurde vor 1945 genutzt und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Als korrodierter Fund vom Berliner Tacheles-Gelände ist sie ein Zeugnis der Zerstörung, die Städte und Alltagskultur traf. Einst Werkzeug für Verwaltung, Arbeit und Kommunikation, steht sie heute für den abrupten Bruch der Normalität in den Kriegstagen.