Straßenbekanntschaft, DEFA-Spielfilm 1948

Die 20-jährige Erika schlägt sich mühevoll durch den harten Alltag der Nach­kriegszeit. Die Partys ihrer Bekannten Annemie sind die einzigen Gelegen­heiten, sich satt zu essen. Außerdem spendieren die anwesenden Herren auch mal Nylons und Schokolade. Nach einem Streit mit ihren auf Moral pochenenden Eltern packt sie ihre Sachen und kommt bei Walter unter. Leider hat dieser bis auf ein Zimmer kaum Sachwerte zu bieten. In einer Bar gerät Erika eines Abends in eine Gesundheits­razzia – was einige unvermutete Geständnisse nach sich zieht.

Der Film von 1948 spricht ein zu jeder Zeit heikles Thema an – Geschlechts­krank­heiten. Aber in der Nachkriegs­zeit gehörten sie zu den drängendsten Problemen der Bevölkerung und der Behörden. »Straßen­bekannt­schaft« war dadurch nicht nur hochaktuell, sondern auch lösungs­orientiert: Statt auf moralische Empörung und Skandalisierung setzte der Film auf Aufklärung und Verständnis.

Das Museum Fürstenwalde präsentiert dieses bemerkens­werte Zeit­dokument am dritten Abend der Filmreihe, die das Zeitzeugen- und Ausstellungs­projekt »Zwischenzeit – Fürstenwalde von 1945 bis 1949« begleitet.

Fotos: © DEFA, Regie: Peter Pewas, Fotograf: Kurt Wunsch