
Der Vater ist im Angriff auf die Sowjetunion ums Leben gekommen und nun, im März 1945, verläuft die Frontlinie bereits nahe seines Dorfes. Trotzdem glaubt der 16-jährige Hitlerjunge Günter unbeirrt an den Endsieg. In dieser Überzeugung beteiligt er sich mit größtem Eifer an der Jagd auf Igor, einen jungen, sowjetischen Zwangsarbeiter. Igor wird erschossen, Günter bekommt das Eiserne Kreuz II. In Hochstimmung meldet er sich freiwillig zum »Volkssturm«, aber dann scheint das schlechte Gewissen zu erwachen.
Entgegen der DDR-Sprachreglung ist das Kriegsende für den Hauptprotagonisten keineswegs der »Tag der Befreiung«, sondern eine desaströse Niederlage, die zum völligen Einsturz seines Weltbildes führt. Zudem findet sich in diesem Film kein einziger Antifaschist und Widerstandskämpfer – eigentlich ein obligatorischer Charakter in DDR-Filmen zu diesem Thema.
Die Produktion von 1968 zeichnet damit ein realistisches Bild vom Zustand der deutschen Gesellschaft – ein Grund, weshalb der Film bis 1987 im Giftschrank der DEFA vergessen wurde. Und für das Museum Fürstenwalde ein Grund, »Die Russen kommen« in die Filmreihe aufzunehmen, die das Zeitzeugen- und Ausstellungsprojekt »Zwischenzeit – Fürstenwalde von 1945 bis 1949« begleitet.
Foto: © DEFA, Fotograf/Kamera: Jürgen Brauer



